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Die K R Ä M E R - Platte
. . . . w i r d n o c h o p t i s c h ü b e r a r b e i t e t
Die KRÄMER-Platte wurde primär zur Varroa-Herbstbehandlung im 'brutfreien' Bienenvolk entwickelt. Im Laufe der vierzehn-jährigen Erprobung und zusätzlicher Untersuchungen wurden noch weitere Anwendungsmöglichkeiten entwickelt.
Die KRÄMER-Platte kann in Beuten von 20 bis 90 Litern Rauminhalt verwendet werden, somit eignet sie sich besonders
für die “Segeberger Beute”.
Beschreibung der KRÄMER-Platte
Die Platte selbst besteht aus heller PAVATEX-Weichfaserdämmplatte mit einem Zuschnitt von 170 x 247 x 10 mm. Das Material ist frei von Lösungsmitteln, chemischen Zutaten und Leimen und ist in biologischen Baustoffhandlungen zu beziehen.
Sie wird mit 250 ml = 298g 85-%iger Ameisensäure getränkt und in einen säurefesten und zu 98 % gasdichten Folienbeutel aus 0,15 mm starker Polyethylen-LD-Folie mit den Maßen 200 x 300 mm eingeschweißt.
Die 85-%ige Ameisensäure wird vom Chemie- und vom Imkereifachhandel in dieser Konzentration angeboten. Als Folienbeutel sind auch die normalen Gefrierbeutel geeignet. Da diese etwas dünner und deshalb nicht ganz so gasdicht sind, kann man sie doppelt nehmen, braucht es aber nicht.
Nach dem Eintaschen der Platte werden die 250 ml Ameisensäure mit einer Spritze in den Folienbeutel eingefüllt - und zwar gleichmäßig auf jede Plattenseite verteilt. Der Beutel wird danach grundsätzlich mit einer Doppelnaht zugeschweißt.
Die KRÄMER-Platte wiegt gefüllt ca. 420 g brutto und ist zwei Jahre lagerfähig.
Anwendungsmöglichkeiten der KRÄMER-Platte
Mit der original KRÄMER-Platte wird
die 21-tägige kontinuierliche Herbstbehandlung ab 25. September durchgeführt oder
die 7-tägige Vorbehandlung nach dem Abschleudern und nach dem Abtragen der ersten Flüssigfuttergabe und
die 14-tägige Nachbehandlung mit der gleichen Platte, ohne Nachfüllung von Ameisensäure ab 25. September zur Bekämpfung der Restmenge an Varroa und um einer Re-Infektion vorzubeugen.
Mit der gebrauchten KRÄMER-Platte des Herbstes kann auch
eine 5-tägige Frühjahrsbehandlung oder
eine 5-tägige Zwischenbehandlung ab Anfang Juli bei erkennbar starkem Varroabefall oder
eine 5-tägige vorsorgliche Schwarmbehandlung erfolgen.
Wirkungsweise der KRÄMER-Platte
Der Folienbeutel wird je nach Bedarf gelocht, so daß die Ameisensäure nicht schlagartig, sondern langsam abgegeben wird.
Die Verdunstung wird bei allen Anwendungsarten durch eine bestimmte Anzahl von Lochungen je Folienseite so reguliert, daß eine tägliche Abgabe von 7 - 10 g Ameisensäure erreicht wird.
Dadurch erfolgt eine Sättigung der Stockluft mit Ameisensäure, die genügt, um die Varroamilbe abzutöten, ohne jedoch die Bienen und die Königin zu schädigen. Das Volk bleibt ruhig, weil es durch diese Behandlungsweise kaum gestört wird.
Trotz dieser sanften Methode wird die Varroa auch noch in den Brutzellen zu einem großen Teil abgetötet.
Die Lochtabellen der KRÄMER-Methode
Die Stockluft in der Bienenbeute muß während der gesamten Einlagedauer der KRÄMER-Platte mit Ameisensäure gesättigt sein, damit die Behandlung erfolgreich ist.
Deswegen wird in die Folie der KRÄMER-Platte eine der Beutengröße entsprechende Zahl von Löchern je Plattenseite gestanzt, bevor diese in die Beute eingelegt wird.
Die benötigte Anzahl ist den jeweiligen Lochtabellen zu entnehmen und sowohl in die Ober- wie in die Unterseite der Folientasche gleichmäßig über die Fläche der KRÄMER-Platte verteilt zu stanzen.
Werden Rahmen verwendet, deren Maße wesentlich von den Standardmaßen der Lochtabellen abweichen, oder Beutensysteme ungetesteter Art, ist der Autor gerne bereit, auf schriftliche Anfrage mit Angabe der entsprechenden Daten, individuelle Lochtabellen zu erarbeiten.
Zum besseren Verständnis sind vier Grundlochungsbeispiele der Platte dargestellt:
3 Loch 7 Loch 11 Loch 13 Loch
Das Lochen der KRÄMER-Platte
Die KRÄMER-Platte wird auf eine glatte Unterlage gelegt und mit dem Locher die notwendige Lochzahl je Plattenseite in die Ummantelungsfolie eingestanzt. Dazu wird der Locher mit der Schneidekante auf die Folie gedrückt, etwas verkantet und gedreht. Nach dem Folienknack wird der Locher zur anderen Seite verkantet und noch mal mit leichtem Druck gedreht.
Der Folienausschnitt ist unbedingt zu entfernen.
Der Einlegerahmen für die KRÄMER-Platte
Um die gleichmäßige Verdunstung der Ameisensäure zu gewährleisten, wird die gelochte KRÄMER-Platte mittig in einen Einlegerahmen gelegt, der gemäß beiliegender Zeichnung leicht selbst anzufertigen ist. Die bei zahlreichen Versuchen erprobten Maße garantieren eine sehr gute Verwirbelung der Ameisensäure.
Zur besseren Ausnutzung und Wirksamkeit der Ameisensäure wird der Raum über dem Einlegerahmen mit einer Grundabdeckung aus fester Wellpappe o.ä. abgedeckt. Keine Folie zur Abdeckung verwenden, da diese als Wasserdampfsperre wirkt!
Darüber kommt eine dichte Dämmung aus Schaumstoff, Filz oder Stroh, damit keine Wärme in den leeren Raum entweichen kann.
Die Grundabdeckung und die Wärmedämmung über dem Einlegerahmen darf auf keinen Fall auf die KRÄMER-Platte absinken, da sonst die Abgasung zu stark vermindert wird.
Einlegen der KRÄMER-Platte
Zuerst wird das Flugloch der Beute auf größte Breite gebracht. Die Öffnung soll jedoch nicht mehr als 65 cm2 betragen. Ab dem 5. Tag kann das Flugloch um die Hälfte verkleinert werden. Offene Magazinböden sind - zweckmäßiger Weise mit einer Bodeneinlage - abzudecken.
Die KRÄMER-Platte wird immer mit dem Einlegerahmen über dem Sitz des Bienenvolkes eingelegt, weil die mit Ameisensäure gesättigte Luft schwerer wird und nach unten durch die Wabengassen abfließt.
Bei der Segeberger Beute wird die Einlageeinheit in einer aufgesetzten Leerzarge direkt auf die Rähmchen gelegt. Bei Verwendung eines Aufsatzrahmens von 6,5 cm Höhe ist nur die Grundabdeckung mit einer Wellpappe ohne die Wärmedämmung erforderlich.
Bei einzargig untergebrachten Völkern muß der Abstand Oberkante Rähmchen zur Unterseite der KRÄMER-Platte mindesten 45 mm betragen, besser sind 50 mm.
Die einfachste Methode aber bietet der Segeberger Innendeckel , der bei allen Behandlungsarten eingesetzt werden kann:
Hier wird die KRÄMER-Platte auf zwei 20 x 20 mm starke und 250 mm lange Holzleisten als Abstandshalter in den leeren Innendeckel gelegt. Die Lüftungswinkel werden natürlich versenkt. Damit sich die Holzleisten nicht verschieben und die Folienlöcher abdecken, werden jeweils zwei 30 mm lange Niro-Holzschrauben durch die Leisten geschraubt, deren herausragende Spitzen in die Platte gedrückt werden. Einlegerahmen, Grundabdeckung und Wärmedämmung erübrigen sich und die Abstände sind immer richtig.
Kontrolle des Behandlungsergebnisses
Durch Wiegen der KRÄMER-Platte vor Behandlungsbeginn und nach Behandlungsende wird die Gewichtsdifferenz ermittelt und durch die Behandlungstage geteilt. Liegt die Tagesabgasung der Ameisensäure über 7 Gramm pro Tag, ist mit einem Wirkungsgrad von mehr als 92% zu rechnen.
Über die Bodeneinlage erfolgt stets eine weitere Kontrolle durch Auszählen des Milbenfalls, der noch sechs bis zehn Tage nach Behandlungsende anhält.
Lagern der KRÄMER-Platte
Neue und gebrauchte KRÄMER-Platten sollen stets waagerecht gestapelt, fest in eine große Folientüte eingepackt und kühl gelagert werden. Zusätzlich sollte der Stapel mit einem Ziegelstein, unter den ein Brett in Plattengröße zur gleichmäßigen Gewichtsverteilung gelegt wird, beschwert werden. So wird unerwünschte Verdunstung der Ameisensäure am besten verhindert.
Wiederverwendung der KRÄMER-Platte
Voraussetzung ist, daß die KRÄMER-Platte sorgfältig aufbewahrt wurde, nicht ausgetrocknet ist und sich der Zellstoff noch nicht verhärtet hat. Mit Gummihandschuhen wird die Platte zuerst gewogen und dann in eine Plastikschale gelegt, mit einem Holzstäbchen wird die Folie in der Mitte durch ein Loch etwas angehoben und durch dieses mit einer Handspritze soviel 85 %ige Ameisensäure nachgefüllt, bis das Gesamtgewicht wieder 420 Gramm beträgt.
100 ml der Ameisensäure wiegen rund 120 Gramm.
Zwischen dem Nachfüllen der KRÄMER-Platte und der Einlage in das Bienenvolk muß eine Wartezeit von zwei Tagen eingehalten werden, damit sich die Ameisensäure gleichmäßig in der ganzen Platte verteilen kann. Andernfalls wird in den ersten Minuten nach dem Einlegen zuviel Ameisensäure freigesetzt, was zu Totenfall und Schäden an der Brut führen kann.
Weitere Hinweise
Eine Behandlung drei-zargig überwinternder Bienenvölker ist nicht zu empfehlen. Der Verdampfungsraum ist zu groß und kann von der Ameisensäure nicht in ausreichender Konzentration durchströmt werden. Zur Behandlung muß deshalb die Beute vorübergehend um eine Zarge verkleinert werden.
Wichtig ist, daß die beschriebenen Verfahren genau eingehalten werden.
Bei allen Arbeiten an der KRÄMER-Platte sind immer Gummihandschuhe wegen der Verätzungsgefahr zu tragen.
Jeder Imker, der mit der KRÄMER-Platte arbeiten will, sollte zunächst gefüllte Original-Platten, die Arbeitsanleitung und den Locher erwerben, um die KRÄMER-Methode kennenzulernen.
Vorteile der KRÄMER-Platte
Wird während der 21-tägigen Herbstbehandlung eine Abgasung von mehr als 155g Ameisensäure erreicht, ist eine weitere Behandlung bei normalem Befallsverlauf bis zum nächsten Herbst nicht notwendig.
Da durch die bedarfsgerecht regulierte Verdampfung der Ameisensäure die Bienen und die Königin geschont werden, sind jedoch zusätzlich notwendig werdende Behandlungen innerhalb des Jahresablaufes problemlos möglich.
Der Imker ist praktisch unabhängig vom Wetter und den herrschenden Außentemperaturen und hat nur einen relativ geringen Arbeitsaufwand.
Alle Medikamente und Pestizide belasten nachweislich das Wachs, den Honig und die Beuten mit ihren Rückständen, Ameisensäure dagegen nicht!
Ameisensäure ist ein natürlicher Bestandteil der Umwelt und des Honigs und zerfällt in Kohlendioxyd und Wasser.
Preise und Bezugsquelle
Die original KRÄMER-Platte kostet z.Zt. 5,50 DM,
bei einer Mindestabnahme von fünf Stück,
der Standard-Locher Ø 15 mm 3,00 DM, der Extra-Locher Ø 18 mm 4,00 DM
und die Arbeitsanleitung 7,00 DM,
zuzüglich Versand- und Verpackungskosten.
Die Lieferung erfolgt gegen Rechnung.
Die Bestellung wird schriftlich erbeten an:
Kurt Krämer
Langgasse 40
65329 Hohenstein
Telefon 06120-5523
A R B E I T S A N L E I T U N G - Herbst
Kontinuierliche 21-Tage-Behandlung mit einer original gefüllten KRÄMER-Platte zur Bekämpfung der Varroamilbe ab dem 25. September bei Mittagstemperaturen von + 6 bis + 20 Grad.
Allgemeines
Bei normalem Varroabefall sollte diese Behandlung die einzige im Jahr sein. Alle biotechnischen Methoden, wie das Ausschneiden der Drohnenwaben, das Bannwabenverfahren, Fangwabe, Ablegerbildung etc. können unbehindert daneben eingesetzt werden, um den Varroadruck zu mindern.
Herbstbehandlung
Zwischen dem Ende der Auffütterung und dem Beginn der Behandlung sollen mindestens 14 Tage liegen; denn das Flüssigfutter muß verarbeitet sein, da es sonst sauer und extrem dünnflüssig wird.
Verwendet wird diese Lochtabelle: Lochzahl mit Standard-Locher je Folienseite:
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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11
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17
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Auf einem kleinen Aufkleber oder mit rotem Edding-Filzschreiber wird das Gewicht der Platte und die Nummer des Volkes auf der Platte vermerkt. Diese wird nach dem Lochen mit dem Einlegerahmen in die Beute eingelegt, mit der Grundabdeckung abgedeckt und der Raum darüber mit der Wärmedämmung verschlossen. (s.a. Einlegen der KRÄMER-Platte, Seite 3)
Ab Mitte Oktober treten bereits die ersten Nachtfröste auf und die Tagestemperaturen liegen oft nur noch zwischen + 6 und + 10 Grad. Wer aus zeitlichen Gründen nicht eher mit der Behandlung beginnen konnte, muß dann die Lochzahl um 2 erhöhen, um noch eine ausreichende Verdampfung der Ameisensäure zu erzielen.
Kontrolle des Behandlungserfolges
Durch Wiegen der KRÄMER-Platte vor Behandlungsbeginn und nach Behandlungsende wird
die Gewichtsdifferenz der Platte ermittelt. Beträgt diese nach der 21-tägigen Herbstbehandlung mehr als 155 g, kann davon ausgegangen werden, daß mehr als 92 % der Varroa abgetötet wurden.
Über die Bodeneinlage werden die gefallenen Milben gezählt; diese fallen noch bis zu zehn Tagen nach dem Behandlungsende.
A R B E I T S A N L E I T U N G - Frühjahr
Kurze 5-Tage-Behandlung mit einer original gefüllten KRÄMER-Platte zur Bekämpfung der Varroamilbe ab Mitte März bis Ende April bei Mittagstemperaturen von über 8 Grad.
Allgemeines
Manchmal wird es notwendig auch eine Frühjahrsbehandlung vorzunehmen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn bei der Herbstbehandlung ein unzureichendes Verdunstungsergebnis festgestellt wurde.
Durch einen sparsamen Einsatz der KRÄMER-Platte ist es möglich, mit nur einer original gefüllten KRÄMER-Platte über jeweils 5 Tage 4 Völker nacheinander zu behandeln.
Frühjahrsbehandlung
Verwendet wird diese Lochtabelle als Ausgangsbasis für das erste Volk: Lochzahl mit Standard-Locher je Folienseite:
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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3
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7
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Die Arbeitsschritte sind die gleichen wie bei der Herbstbehandlung.
Die Behandlungsdauer ist auf 5 Tage begrenzt, um das Brutgeschehen im Bienenvolk nicht zu gefährden.
Für das 2., 3. und 4. Volk werden jeweils drei Löcher je Folienseite hinzugelocht. Nach der Behandlung des 4. Volkes ist die Platte soweit abgegast, daß eine weitere Verwendung ohne Nachfüllung von Ameisensäure nicht mehr möglich ist.
Zur Behandlung eignet sich auch noch die KRÄMER-Platte des Vorjahres. Die Lochzahl aus der Herbstbehandlung bleibt unverändert. Das Bruttogewicht der KRÄMER-Platte soll nicht unter 230 Gramm liegen. Gegebenenfalls ist eine Nachfüllung mit 50 ml 85-%iger Ameisensäure vorzunehmen.
Kontrolle des Behandlungserfolges
Durch Auswiegen der Verdunstungsmenge und Zählen der Varroa über die Bodeneinlage.
A R B E I T S A N L E I T U N G - Juli
Kurze 5-Tage-Behandlung mit einer original gefüllten KRÄMER-Platte zur Bekämpfung der Varroamilbe im Monat Juli und nach dem Abschleudern.
Allgemeines
Wenn Jungbienen mit verkrüppelten Flügeln im Bienenvolk erkennbar sind, steuert das Bienenvolk auf die kritische Belastung durch den Varroabefall zu. Zu diesem Zeitpunkt können schon über 2.000 Varroen im Bienenvolk vorhanden sein. Diese vermehren sich innerhalb einer Brutperiode des Bienenvolkes um jeweils 60 %.
Wird nichts gegen die Milbe unternommen, führt die Entwicklung der Varroa unweigerlich zum Tod des Bienenvolkes.
Zwischenbehandlung
Ist der Honig noch nicht geerntet, werden vorübergehend 5 Waben aus der Mitte des Honigraumes entnommen. Beim Magazin wird eine Leerzarge zwischen Brut- und Honigzarge geschoben; besser aber (für den Honig) ist es, die Honigzarge für die Behandlungsdauer auf ein anderes Volk zu setzen.
Verwendet wird diese Lochtabelle: Lochzahl mit Standard-Locher je Folienseite:
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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3
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7
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Die gelochte KRÄMER-Platte wird einfach zwischen drei Drähte, die etwas nach rechts und links aus der Mitte gedrückt werden, eines mit Niro gedrahteten Rähmchens geklemmt oder mit Reißbrettstiften unter die Tragleiste eines ungedrahteten Rähmchens geheftet. Dieses wird in die Mitte der Leerzarge oder des Leerraumes im Honigraum eingehängt bzw. eingestellt.
Wurde die Honigzarge abgenommen, kann die gelochte KRÄMER-Platte auch in dem Segeberger Innendeckel oder mit dem Einlegerahmen zum Einsatz kommen, bei dem dann die Grundabdeckung und Wärmedämmung nicht erforderlich sind, da es warm genug ist.
Zur Behandlung eignet sich auch noch die KRÄMER-Platte des Vorjahres. Die Lochzahl aus der Herbstbehandlung bleibt unverändert. Das Bruttogewicht der KRÄMER-Platte soll nicht unter 230 Gramm liegen. Gegebenenfalls ist eine Nachfüllung mit 50 ml 85-%iger Ameisensäure vorzunehmen. Nach der Behandlung wird die KRÄMER-Platte entfernt und dem Bienenvolk werden alle entnommenen Waben wieder zurückgegeben bzw. die Leerzarge abgenommen und die Honigzarge wieder aufgesetzt.
Kontrolle des Behandlungserfolges
Durch Auswiegen der Verdunstungsmenge und Zählen der Varroa über die Bodeneinlage.
A R B E I T S A N L E I T U N G - Nachsommer/Herbst
erster Teil
Kombinierte Nachsommer-Vorbehandlung über 7 Tage im August bei Mittagstemperaturen von +18 bis +28 Grad mit Herbst-Nachbe- handlung über 14 Tage ab 25. September bei Mittagstemperaturen von +6 bis +20 Grad.
Allgemeines
Diese Behandlung ist nur bei Flüssigauffütterung möglich, da Futterteig bei der Nachbehandlung nicht mehr in ausreichender Menge aufgenommen wird.
Mit der Behandlung wird erst nach dem Abtragen der ersten Futtergabe von ca. 4 - 5 Liter Flüssigfutter begonnen. Das Bienenvolk braucht offenes, ungedeckeltes Futter.
Mit dieser 7-tägigen Vorbehandlung werden bereits bis zu 80 % der Varroen abgetötet.
Nachsommer-Vorbehandlung
Verwendet wird diese Lochtabelle: Lochzahl mit Standard-Locher je Folienseite:
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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3
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7
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Beim zweizargigen Magazin wird die gelochte Platte mit dem Einlegerahmen in einer aufgesetzten Leerzarge direkt auf die Rähmchen gelegt; beim einzargigen ist ein Abstand von 45 - 50 mm einzuhalten. Die Grundabdeckung und eine (leichte) Wärmedämmung ist wie bei der Herbstbehandlung erforderlich.
Oder man verwendet einfach den Segeberger Innendeckel.
Nach 7 Tagen werden die KRÄMER-Platten aus den Völkern entnommen, waagerecht gestapelt, in eine große Folientüte fest eingepackt, mit einem Ziegelstein beschwert und bis zur
Nachbehandlung im September kühl gelagert.
Zwischenzeitlich wird die Auffütterung der Völker durchgeführt.
Kontrolle des Behandlungserfolges
Durch Auswiegen der Verdunstungsmenge und Zählen der Varroa über die Bodeneinlage.
A R B E I T S A N L E I T U N G - Nachsommer/Herbst
zweiter Teil
Kombinierte Nachsommer-Vorbehandlung über 7 Tage im August bei Mittagstemperaturen von +18 bis +28 Grad mit Herbst-Nachbe-handlung über 14 Tage ab 25. September bei Mittagstemperaturen von +6 bis +20 Grad.
Allgemeines
Diese 14-tägige Nach-Behandlung erfolgt ab 25. September. Zu dieser Zeit werden die Tagestemperaturen schon wesentlich geringer. Deswegen müssen, um eine ausreichende Verdunstung der Ameisensäure zu erreichen, zusätzliche Löcher in jede Seite der Ummantelungsfolie gestanzt werden.
Herbst-Nachbehandlung
Verwendet wird diese Lochtabelle: Lochzahl mit Standard-Locher je Folienseite:
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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13
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19
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Die Lochzahl aus der Nachsommer-Behandlung ist auf diese Zahl zu erhöhen.
Die Bearbeitung ist die gleiche wie bei der 21-tägigen Herbstbehandlung, nur auf 14 Tage verkürzt.
Zu beachten ist, daß dieselben KRÄMER-Platten wieder in dieselben Beuten kommen, in denen sie bei der Nachsommerbehandlung waren.
Kontrolle des Behandlungsergebnisses
Wie bei der Herbstbehandlung; nur daß zwischen dem ersten und dem letzten Wiegen beide Behandlungen liegen.
A R B E I T S A N L E I T U N G - Schwärme
Kurze 5-Tage-Behandlung mit einer original gefüllten KRÄMER-Platte.
Allgemeines
Erfahrungsgemäß sind auch Schwärme mehr oder weniger stark mit Varroamilben befallen, so daß eine Behandlung gleich zu Beginn der Volksentwicklung sinnvoll ist.
Dazu wird der Schwarm auf Mittelwände und zwei ausgebaute Waben rechts und links außen gesetzt und nach dem 3. Tag 7 Tage lang gefüttert. Die Behandlung darf frühestens am 10. Tag nach dem Einschlagen begonnen werden, da die dann vorhandene offene Brut auf die Bienen und die Königin so beruhigend wirkt, daß diese nicht wieder ausziehen.
Schwarmbehandlung
Verwendet wird diese Lochtabelle: Lochzahl mit Standard-Locher je Folienseite:
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Beutengröße
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einzargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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Lochzahl je Folienseite
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3
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Die gelochte KRÄMER-Platte wird mit dem Einlegerahmen in einer aufgesetzten Leerzarge mit einem Abstand von 45 - 50 mm direkt auf die Rähmchen gelegt. Die Grundabdeckung und eine (leichte) Wärmedämmung ist wie bei der Herbstbehandlung erforderlich.
Selbstverständlich können auch ein Aufsatzrahmen oder der Segeberger Innendeckel eingesetzt werden.
Zur Behandlung eignet sich auch noch die KRÄMER-Platte des Vorjahres. Die Lochzahl aus der Herbstbehandlung bleibt unverändert. Das Bruttogewicht der KRÄMER-Platte soll nicht unter 230 Gramm liegen. Gegebenenfalls ist eine Nachfüllung mit 50 ml 85-%iger Ameisensäure vorzunehmen.
Kontrolle des Behandlungserfolges
Durch Auswiegen der Verdunstungsmenge und Zählen der Varroa über die Bodeneinlage.
Der 18 mm - L o c h e r
Verwendung eines Lochers mit 18 mm Durchmesser beim Einsatz der KRÄMER-Platte zur Varroabekämpfung in doppelstöckigen Beuten.
Allgemeines
Weltweit werden in vielen Ländern die Bienenvölker in Zander-, Langstroth- und Dadant-Magazinbeuten gehalten.
Bei diesen Beuten bestehen bei der üblichen doppelräumigen Überwinterung Raumvolumen von 60 - 100 Litern. Entsprechend der Raumgröße muß natürlich auch die Folie der KRÄMER-PLatte mit der entsprechenden Lochzahl beidseitig gelocht werden. Bei einem Lochdurchmesser von 15 mm sind dann zwischen 18 - 26 Löcher je Folienseite zu stanzen.
Um diese nicht unerhebliche Arbeit zu vermindern, wurde ein Extra-Locher mit 18 mm Durchmesser entwickelt.
Verwendet werden diese Lochtabellen: Lochzahl mit Extra-Locher je Folienseite:
Herbstbehandlung
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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10
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12
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Nachsommer-Vorbehandlung
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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4
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5
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Herbst-Nachbehandlung
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Beutengröße
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einzargig
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zweizargig
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Wabenzahl, Normalmaß
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11
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22
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Lochzahl je Folienseite
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11
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13
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Schlußbemerkung
Wie bei allen anderen imkerlichen Maßnahmen sollte jeder Imker auch die Daten über seine Varroa-Behandlungen mit den erzielten Ergebnissen auf der auf der Stockkarte oder im Standbuch vermerken.
Aussichten
Noch immer gibt es nichts Besseres als die KRÄMER-Methode. Deshalb arbeiten auch mehr und mehr Imker und Institute mit diesem Verfahren und sammeln neue Erfahrungen.
Der letzte Stand dieser Erfahrungen wurde in dieser Anleitung, an deren Neufassung Herr Karl-Heinz Modrow vom Imkerverein Hamburg-Walddörfer mitgewirkt hat, berücksichtigt.
Trotzdem wird weiter an der KRÄMER-Methode gearbeitet; insbesondere werden auch die aus praktischer Anwendung gewonnenen Daten nach wissenschaftlichen Methoden überprüft.
Die Ergebnisse der letzten Jahre wurden in dieser überarbeiteten 3. Auflage berücksichtigt.
Hohenstein, im Januar 1998
A n h a n g
Die vier Behandlungsfehler
Bei allen Behandlungen innerhalb eines Jahres mit der KRÄMER-Platte wird darauf hingewiesen, daß eine Wiegung der KRÄMER-Platte vor Beginn der Behandlung und nach beendeter Behandlung erfolgen soll. Die Gewichtsdifferenz ist die verdunstete Menge der Ameisensäure während der Behandlungsdauer. Teilt man diese Menge durch die Zahl der Einlegetage, ergibt das die verdunstete Menge pro Tag in Gramm.
Liegt die errechnete Tagesmenge über 7 Gramm, kann man davon ausgehen, daß der erzielte Wirkungsgrad dieser Behandlung über 95 % liegt. Bei 10 Gramm pro Tag werden mehr als 97 % aller Varroen im Bienenvolk abgetötet.
Eine 100 %ige Vernichtung der Varroamilbe ist aber zur Zeit mit allen zur Verfügung stehenden Mittel noch nicht möglich.
Von den Milben, die die Herbstbehandlung überlebt haben, sterben nach den Erkenntnissen unserer Bieneninstitute bis zum März des nächsten Jahres ca. 35 - 65 % eines natürlichen Todes. Somit überleben immer noch mindesten 1 % und der Kreislauf beginnt von vorn.
Nach nunmehr 14-jähriger Erfahrung mit der KRÄMER-Platte werden immer noch vier Fehler bei der Behandlung gemacht.
Verwendung unbehandelter Brutableger im Nachfolgejahr als Wirtschaftsvölker
Bei optimaler Grundversorgung mit Pollen und Futter kann dieser Ableger zwischen 400 und 600 Varroen mit in den Winter nehmen. Somit stellen 200 - 300 Varroamilben das Start- potential für das nächste Jahr; und diese Menge kann sich bis zum Herbst des nächsten Jahres auf 4.500 Milben vermehren.
Also: Auch Brutableger müssen unbedingt behandelt werden; eine Frühjahrsbehandlung kann den Fehler noch mildern.
Mangelhafte Verdunstung der Ameisensäure während der Behandlung
Wenn die verdunstete Menge bei der 21-tägigen Herbstbehandlung unter 100 Gramm liegt, muß nach der Ursache geforscht werden.
Am häufigsten kommt dies bei den Blätterbeuten vor, die kein bewegliches Absperrschied haben. Da dieses bei der Behandlung nicht entfernt werden kann, muß die Lochzahl um 1 - 2 Löcher je Seite erhöht werden, damit trotz der zu kleinen Durchlaßfläche des Schiedes ausreichend Ameisensäure verdunsten kann.
Also: Bei ungünstigen Luftströmungsverhältnissen unbedingt Lochzahl erhöhen; eine Frühjahrsbehandlung kann den Fehler noch mildern.
2000 Varroen trotz geringer Verdunstung während der Behandlung
Wenn bei der Herbstbehandlung 2000 oder mehr Varroen fallen und die verdunstete Menge an Ameisensäure aber nur bei ca. 120 Gramm liegt, ist die Behandlung trotzdem nicht
ausreichend gewesen. Bei dieser Verdunstungsmenge liegt der Wirkungsgrad nur bei ca. 85 % und das heißt, daß im nächsten Frühjahr ungefähr 150 Milben an den Start gehen, die sich dann bis zum August auf 2.500 Stück vermehrt haben werden.
Also: Unbedingt eine Frühjahrsbehandlung durchführen.
4000 Varroen bei sehr guter Verdunstung während der Behandlung
Auch wenn ein sehr hohes Verdunstungsergebnis von mehr als 200 Gramm erzielt wurde aber Mengen von mehr als 4000 Milben gefallen sind, ist doch oder gerade wegen dieser großen Zahl auch die Zahl der überlebenden Varroen entsprechend groß, und diese Menge startet im Frühjahr voll durch.
Also: Unbedingt eine Frühjahrsbehandlung durchführen.
Diese Frühjahrsbehandlungen sind deswegen so dringend erforderlich, weil diese Völker die übrigen Standvölker wiederum stark mit Varroa belasten. Und das nicht nur, weil die Varroen bis zu drei Meter weit laufen können, sondern weil der Verflug der Bienen weit größer ist, als allgemein angenommen wird. Vorsorglich sollte man in solchen Fällen eine Frühjahrsbehandlung des ganzen Standes einplanen.
Die ausführliche Beschreibung finden Sie in der Anleitung.
Die häufigsten Fragen zur KRÄMER-Platte
1. Warum steht die Herbstbehandlung an erster Stelle?
Weil kein Honig mehr mit Ameisensäure in Verbindung kommt. Weil durch die
Reduzierung des Brutgeschäftes weniger Varroen in den Brutzellen sind und somit besser
von der Ameisensäure erreicht werden.
2. Was mache ich, wenn der Amtstierarzt eine Behandlung gegen die Varroa im Sommer anordnet?
Für diesen Fall enthält die KRÄMER-Methode zwei Möglichkeiten:
Einmal die 5-Tage Behandlung im Juli oder die Nachsommer-Vorbehandlung im August,
die bereits einen Teil der Herbstbehandlung darstellt.
3. Warum ist eigentlich bei der Nachsommer-Herbst-Methode die Herbst-Nachbehandlung noch erforderlich?
Mit dieser Nachbehandlung wollen wir erreichen, daß der Großteil der sich ab Mitte August
noch entwickelnden Varroamilben abgetötet wird. Zudem erreichen wir mit dieser späten
Behandlung auch noch die durch Fremdeintrag zugewanderten Milben.
4. Kann ich füttern und gleichzeitig behandeln?
Diese Kombination ist nicht zu empfehlen, da die verdunstende Ameisensäure sich an das
noch unreife und stark wasserhaltige Futter anlegt, das Futter bis zur Wässerigkeit verdünnt
und es zudem auch noch ansäuert.
5. Wie soll der Ablauf 'Füttern und Behandeln' sein?
Kurzantwort: Abschleudern - erste Futtergabe - 7 Tage KRÄMER-Platte im August
Nachsommer-Vorbehandlung) - fertig Auffüttern bis zum 15.September - ab 25.September
14 Tage KRÄMER-Platte (Herbst-Nachbehandlung) - Bienenvolk winterfertig verpacken.
6. Wie baut sich eigentlich die Ameisensäure wieder ab?
Während der 21-tägigen Herbstbehandlung verdunsten durchschnittlich 175 Gramm
Ameisensäure. Zehn Tage nach der Behandlung kann man durchschnittlich ca. 500
Milligramm pro Kilo Fertigfutter messen (zwischen 175 und 800 mg).
Bei diesen Messungen wurde nachgewiesen, daß die 85%ige Ameisensäure eine
Halbwertzeit von neun Wochen hat, die sich bei ansteigender Brutwärme im Frühjahr
jedoch weiter verkürzt. Das bedeutet, daß bis zur ersten Schleuderung im Mai nur noch
ca. 60 mg Ameisensäure im Kilo Honig sein können, wenn die restlichen Winterfutterwaben
nicht vor der ersten Tracht aus dem Volk herausgenommen wurden.
7. Ist die Ameisensäure für den Menschen schädlich?
Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO kann ein Mensch täglich 3 mg
Ameisensäure je kg Körpergewicht zu sich nehmen, ohne Schaden zu nehmen. Bei 70 kg
Körpergewicht wären das 210 mg oder 7 Pfund Honig pro Tag.
8. Wie lagere ich gebrauchte KRÄMER-Platten?
Nach Ende der Behandlung werden die Platten waagerecht gestapelt in einen Foliensack
gegeben. Dieser wird verschlossen und an einem relativ kühlen Ort, mit einem Mauerstein
beschwert, aufbewahrt. Es ist nicht notwendig, die einzelnen Löcher in der KRÄMER-
Platte zuzukleben.
9. Ist die Flachzarge für die Behandlung besser geeignet als die Normalzarge?
Im Prinzip ist es völlig egal. Wichtig ist in beiden Fällen, daß nach der Einlage der
KRÄMER-Platte in den Einlegerahmen stets eine Grundabdeckung über dem
Einlegerahmen zu erfolgen hat (Ausnahme: Segeberger Innendeckel), damit keine Warmluft
nach oben entweichen kann. Am besten hat sich die Grundabdeckung aus Kartonpappe
wegen ihrer Festigkeit bewährt. Der Leerraum darüber sollte wegen besserer
Wärmedämmung mit leichtem Dämm-Material ausgefüllt werden.
10. Einräumige oder doppelräumige Überwinterung im Magazin?
Diese Frage muß sich der Imker selbst beantworten. Entscheidend ist doch die Stärke des
Volkes und damit sein Futterbedarf für den Winter. Mit einer zweizargigen
Überwinterung kann man aber nichts falsch machen, da die Bienen schon wissen, wo sie
wieviel Futter brauchen.
11. Warum muß die KRÄMER-Platte bei einzargiger Behandlung um 25 bis 30 mm
höher eingelegt werden?
Ganz einfach: Der Raum für die notwendige Verwirbelung der Ameisensäure mit der
Stockluft ist in einer Zarge einfach nicht groß genug, da die Säure schwerer als Luft ist,
würden im oberen, bienenbesetzten Teil nicht alle Bereiche von der Ameisensäure
durchströmt werden. Im Blätterstock liegt noch das Sommerschied zwischen den Waben
und dem Einlegerahmen; das genügt gerade eben.
12. Warum muß überhaupt ein Einlegerahmen verwendet werden?
Der Einlegerahmen gehört zum System der KRÄMER-Methode. Er sorgt dafür, daß sich
die Ameisensäure mit der Stockluft ausreichend bis zur Sättigung vermischen kann, bevor
sie wegen ihres größeren Gewichtes nach unten durch die Wabengassen zieht. Zudem
sichert der Einlegerahmen der KRÄMER-Platte einen festen Halt.
13. Wie muß die Bodeneinlage angebracht werden?
Zur Kontrolle des Varroafalls und zum Verschließen offener Böden ist eine Bodeneinlage
(Bodenwindel) erforderlich. Diese muß mit einem Gitter, daß mindestens 10 mm darüber
liegt, abgedeckt werden, da die Bienen sonst an die herabgefallenen Milben herankommen
können und diese aufgrund ihres Putztriebes heraustragen würden.
14. Wie oft kann die gebrauchte KRÄMER-Platte wiederverwendet werden?
Problemlos können die KRÄMER-Platten zwei Jahre benutzt werden. Danach treten dann
starke Verdunstungsschwankungen auf. - Nichts hält ewig.
Bauzeichnung des Einlegerahmens für die KRÄMER-Platte
Ein Rahmen für Imker mit vielen Völkern.
Allgemeines
Der Einlegerahmen gehört grundsätzlich zum KRÄMER-System, da er den für die Verteilung der Ameisensäure notwendigen Abstand zu den Waben hält, der KRÄMER-Platte eine sicheren Halt gibt und sicherstellt, daß die Grundabdeckung nicht die oberen Löcher verschließt.
Man kann ihn schnell zusammenstecken, nach dem Einsatz wieder zerlegen und ihn somit auf kleinstem Raum lagern; 30 Rahmen passen in einen Karton von 450 x 250 x 150 mm.
Einlegemöglichkeiten der KRÄMER-Platte
Mit dem Einlegerahmen bei allen Behandlungen
In einem Rähmchen für die Sommer- und ggf. auch Schwarmbehandlung
Die in Folie eingeschweißte KRÄMER-Platte einfach mit 3 Reißbrettstiften in ein leeres Rähmchen heften.
Die Wirkung der KRÄMER-Platte
Ergebnisse der kombinierten Nachsommer- und Herbstbehandlung
Verdunstungsmengen der 85 %igen Ameisensäure
|
Behandlungszeiten
|
Anzahl Völker
|
Gramm Ameisensäure/Behandlung
|
Tage gesamt
|
Ø Verdunstung
|
|
Jahr
|
Zeitraum
|
Tage
|
|
1.
|
2.
|
gesamt
|
|
g / Volk
|
g / Tag
|
|
1989
|
29.08 - 05.09
25.09 - 09.10
|
7
14
|
12
|
676
|
1.427
|
676
1.427
2.031
|
84
168
252
|
56,3
118,9
175,2
|
8,05
8,49
8,34
|
|
1990
|
28.08 - 04.09
28.09 - 12.10
|
7
14
|
17
|
1.103
|
1.559
|
1.103
1.559
2.662
|
119
238
357
|
64,9
91,7
156,6
|
9,27
6,55
7,45
|
|
1991
|
05.09 - 12.09
02.10 - 16.10
|
7
14
|
10
|
499
|
1.032
|
499
1.032
1.531
|
70
140
210
|
49,9
103,2
153,1
|
7,13
7,37
7,29
|
|
insgesamt
|
39
|
|
6.296
|
819
|
161,4
|
7,69
|
Getötete Varroamilben
|
Behandlungszeiten
|
Anzahl Völker
|
Menge tote Varroa
je Behandlung
|
im Ø je Volk
|
Anteile in %
|
|
Jahr
|
Zeitraum
|
Tage
|
|
1.
|
2.
|
gesamt
|
|
1.
|
2.
|
|
1989
|
29.08 - 05.09
25.09 - 09.10
|
7
14
|
12
|
29.272
|
3.751
|
29.272
3.751
33.023
|
2.739
313
2.752
|
88,6
|
11,4
|
|
1990
|
28.08 - 04.09
28.09 - 12.10
|
7
14
|
17
|
18.959
|
5.562
|
18.959
5.562
24.521
|
1.115
327
1.442
|
77,3
|
22,7
|
|
1991
|
05.09 - 12.09
02.10 - 16.10
|
7
14
|
10
|
5.840
|
4.018
|
5.840
4.018
9.858
|
584
402
986
|
59,2
|
40,8
|
Wirkungsgrad der KRÄMER-Platte
|
100 %
99 %
98 %
|
|
|
97 %
96 %
95 %
|
|
|
94 %
93 %
92 %
|
|
|
91 %
90 %
89 %
|
|
|
Gramm
in 21 Tg
|
100 120 140 160 180 200 220 240 260 280
|
Literatur zur wasserfreien Ameisensäure und der KRÄMER-Platte
Honigverordnung vom 13.12.1976, Die Biene und ADIZ Nr.10/86
G.Wachendörfer, E.Kaiser, K.Krämer, D.Seinsche: Labor- und Feldversuche ADIZ Nr.11/83
A.Klepsch, V.Maul, G.Wachendörfer, N.Koeninger: Vergleich möglicher Herbstbehandlungen
der Varroatose, die Biene Nr.7/84
K.Krämer: Wasserfreie Ameisensäure und die KRÄMER-Platte, die Biene u. ADIZNr.10/86
K.Krämer: Wasserfreie Ameisensäure und die KRÄMER-Platte zur Frühjahrsbehandlung, ADIZ Nr.3/87
Literatur zur 85 %iger Ameisensäure und der KRÄMER-Platte
.Krämer: Feldversuche, ADIZ Nr.8/90
K.Krämer: Feldversuche, Deutsches Imker-Journal Nr.3/91
K.Krämer: Feldversuche, Deutsches Imker-Journal Nr.9/91
B.Großhans: Eigene Versuche, Deutsches Imker-Journal Nr.8/92
Chr.Köpf: Leserbrief, Deutsches Bienen-Journal Nr.9/94
K.Krämer: Ameisensäure über die Brutperiode, Die Biene Nr.9/94
K.Krämer: Varroabekämpfung mit 85%iger Ameisensäure, Bienenwelt Österreich Nr.9/94
Dr.A.Imdorf: et.al. Alternative Varroabekämpfung, Schweizerische Bienenzeitung Nr.8/95
K.Krämer: Standpunkt Tierarzneimittel (Leserbrief), die Biene Nr.2/96
K.Krämer:Varroabekämfung mit der KRÄMER-Platte, Schweizerische Bienenzeitung Nr.4/96
K.Krämer: Feldversuche, Nachsommer- Herbstbehandlung, die Biene Nr.8/96
K.Krämer: Varroabekämfung mit der KRÄMER-Platte, Bienenwelt Österreich Nr.10/96
Fotos Titelblatt
Bienenpuppe mit Varroamilben, Dr.Ritter
Bienenvolk mit eingelegter Ameisensäureplatte, K.Krämer
Grafik Rückseite
Entwicklungskreislauf der Varroamilbe, HLLT, Abteilung für Bienenzucht, Kirchhain
Imkerverein Hamburg-Walddörfer
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